Kategorie-Archiv: Allerlei

Alles, was mir so spontan einfällt

Vier Mann und eine Baustelle

Heute vormittag hatte ich mir eine Stellplatz mit meinem Auto an einer Baustelle gesucht und da mal eine Pause gemacht. Diese Baustelle existiert bereits seit einigen Monaten und man sieht kaum, das dort gearbeitet wird. Dies kann bekräftigt werden durch folgende Beobachtung, die ich machte:

Am Strassenrand befand sich eine kleine Baugrube. Als ich mit meinen Beobachtungen begann, standen gerade zwei Bauarbeiter an dem Loch. Beide stützten sich auf ihre Schaufeln und starrten regungslos in das Loch hinein. Ein dritter saß in seinem Bagger und bohrte sich ganz genüsslich in der Nase – vielleicht suchte er da nach Öl? Plötzlich tauchte im Loch ein gelber Helm auf mit einem Gesicht und Kopf darunter. Die beiden Statuen mit ihren Schaufeln bewegten sich, indem sie ihr Gewicht auf das andere Bein verlagerten und starrten weiter in das Loch. Der im Bagger nahm den Finger aus der Nase und senkte seinen Blick in das Loch. Dann verschwand der Helm mit Kopf und Gesicht wieder in der Grube. Nach wenigen Minuten kam wieder der behelmte Kopf aus der Grube und warf eine kleine Schaufel Sand auf die Füsse der einen Statue. Jetzt kam Bewegung in die Sache, denn diese Statue trat einen kleinen Schritt zurück, nahm seine Schaufel und scharrte den Teelöffel voll Sand von seinen Stehplatz weg. Er machte wieder einen Schritt vor, stützte sich wieder auf seine Schaufel und starrte in das Loch. Das Spiel wiederholte sich noch zweimal, währen der Baggerfahrer immer noch nach Öl in seiner Nase suchte.

Wieder einige Minuten später quälte sich der gelbe Helm aus dem Loch. Keiner der stehenden Statuen half ihm dabei, obwohl er sichtliche Mühe hatte das Loch zu verlassen – er war nicht gerade der Jüngste, wie ich erkennen konnte. Leicht gebeugt machte er zwei, drei Schritte weg vom Loch, drehte sich um und sagte irgendwas zu den Statuen, die sich erstaunlicherweise auch bewegt hatten. Der Ältere schlurfte dann langsam in Richtung Bauwagen und die beiden Statuen folgten ihm. Vorher ließen sie jedoch ihre Schaufeln achtlos in den Sand fallen. Der im Bagger kam ebenfalls herausgeklettert und folgte den dreien in Richtung Bauwagen. Der Motor des Baggers blieb jedoch an und tuckerte vor sich hin.

Alle vier Bauarbeiter verschwanden nacheinander im Bauwagen, die Tür schloss sich und dann hörte man nur noch den im Leerlauf tuckernden Bagger. Wahrscheinlich haben die vier erst mal nach der harten körperlichen Anstrengung eine Pause nötig gehabt, denn wie ich durch das kleine Fenster in der Bauwagentür erkennen konnte, lief da einer mit einer Stulle in der Hand herum. Ok, es war Mittagszeit – immerhin schon 11 Uhr……

Werbeslogans

Sehr oft sehe ich den Spruch einer namhaften Fastfoodkette, nämlich „Ich liebe es„.  Welches ES soll ich denn lieben, frage ich mich? Das Schild, wo es drauf geschrieben ist oder das Firmenzeichen? Egal…

Ich stelle mir grad vor, das nicht nur der Firmennamen sondern auch der Werbeslogan patentrechtlich oder so geschützt wird. Dann darf kein deutscher Mann mehr zu seinem liebsten Spielzeug – das Auto – sagen „ich liebe es“.

In der Werbung gibt es noch andere einprägsame Slogans, die man sich merken soll, damit man dieses oder jenes Produkt im Gedächtnis behält und natürlich kauft.

merken – kaufen, merken – kaufen, merken……………………

Da gab es mal den Fels in der Brandung, mit dem dieses Unternehmen bekunden wollte, das alles gegen sie brandet. Und, wenn es mal schnell gehen soll, kommt natürlich noch der Herr Kaiser ins Spiel, der alles noch viel besser machen konnte.

Das Thema Raucher oder Nichtraucher ist sicherlich auch noch bekannt oder der neuerdings angewandte Slogan Lassd uns anrufe den Vorschtand. Dazu könnte man sagen man, ist das ne Wurst. Jedoch nicht zu verwechseln mit heute bestellt, morgen da, denn damit geht man eine Bindung ein. Und wenn es am Kleingeld fehlt, dann könnte man sein Sparkonto plündern – aber die heissen doch gar nicht Bank – und trotzdem zur Bank gehen, um eine Bank zu kaufen.

Getoppt wird das Ganze , wenn Genuss hoch drei ins Spiel kommt und es einfach zum anbeissen aussieht. Das Leben ist fruchtig würde man behaupten, denn du bist nicht du, wenn du hungrig bist. Und wenn man sich nicht vorsieht erfährt man plötzlich „Wünsche werden Wirklichkeit“, denn hier bin ich richtig und kann nach Herzenslust einkaufen gehen. Dafür würden Katzen alles tun, denn die wollen kein Hundefutter.

 

Autoschläfer und andere

Der Büroschlaf ist der gesündeste, sagt man manchmal salopp. Aber was ist dann bitte schön ein Autoschläfer? Tja, das ist mein selbst erfundenes Wort für das, was ich tagtäglich auf den Strassen von Hamburg antreffe. Vor allem im Feierabendverkehr trifft man sie häufig an. Da frage ich mich, warum diese Leute überhaupt mit dem Auto zur Arbeit und zurück fahren, wenn doch der Schlaf in den Bussen und Bahnen viel gesünder ist.

Da steht ein Auto an einer roten Ampel – die Ampel wird grün und der Autoschläfer reagiert nicht. Findet der den ersten Gang nicht? Oder ist er eingenickt? Erst, wenn die Kolonne hinter ihm wild hupt, passiert was. Ihm rutscht vor Schreck die Kupplung vom Fuss – das Auto macht einen kleinen Satz und dann steht der da mit abgesoffenem Motor. Das Hupen hinter ihm wird drängender, und er fährt dann tatsächlich los. Allerdings ist dann die Ampel für alle, die hinter ihm standen wieder auf rot umgesprungen. Da hat das Hupen nur den Schläfer erweckt und die Nerven der anderen gestresst. Und wenn man hinter dem Autoschläfer doch noch bei gelb die Ampel schafft, schleicht der Typ wie eine Schnecke möglichst auf der linken Spur weiter. Und wehe, man überholt ihm aus lauter Verzweiflung rechts, dann erntet man einen bösen Blick oder sogar den Stinkefinger….

Oder noch ein anderer überlegt, wo denn der erste Gang ist. Wenn er ihn dann nicht sofort findet, beginnt wie immer ein Hupkonzert. Noch einen anderen sieht man mit einem Handy am Ohr, obwohl das ja verboten ist und oft einen Punkt in Flensburg kostet. Der telefoniert und bemerkt gar nicht, das die Ampel auf grün umspringt. Vielleicht hat er ja seine Schwiegermutter dran, die ihm gerade Vorhaltungen wegen irgendwas macht. Da müssen doch die anderen wartenden Autofahrer Nachsicht üben, denn auch ihnen kann doch die Schwiegermutter auf den Keks gehen….

Es gibt aber auch die anderen, die die schon im Büro geschlafen haben und nun in Windeseile zu Muttern eilen. Die sind putzmunter und wollen den anderen Autofahrern mal zeigen, was in ihrer Kiste steckt. Da wird alles aus dem Motor herausgeholt und möglichst auf der linken Spur alles überholt, was nicht schnell auf den Bäumen ist. Notfalls auch mal rechts vorbei und bei dunkelgelb mit Tendenz zu rot über die Ampelkreuzung. Die interessiert es nicht, ob ein Autoschläfer gerade mal sein Vehikel abgesoffen hat. Dann wird eben mal die Gegenspur benutzt und wild gehupt.

Allein sein

Irgendwie geht mir inzwischen dieses „allein sein“ gewaltig auf den Keks. Anfangs war es noch eine tolle Vorstellung mit viel Kopfkino, inzwischen hat sich jedoch alles gewandelt. Na gut, ich habe meine Wohnung, meinen Job, meine Mobilität, aber irgendwie fehlt da was. Kuscheldefizit!!

Ich kann aufstehen, kochen, essen und schlafen gehen wann und wie ich will. Niemand stört meine Selbstgespräche und niemand nörgelt an mir herum. Obwohl….. mein Hund hört schon manchmal zu und guckt mich schief an.  Alte Schmusebacke!!

Bisher fand ich es herrlich an den Wochenende mit Bekannten und guten Freunden dann und wann unterwegs zu sein. Und danach konnte ich mich in meine vier Wände zurückziehen und vor mich hin leben. Einer meiner Freunde sagte mir neulich „ich glaube, Du bist nicht mehr bindungsfähig“.  Solistensolo!!

Ich habe mal versucht über eine Partnerbörse jemanden zu finden – ohne Erfolg. Warum hatte ich keinen Erfolg, frage ich mich. Wahrscheinlich gibt es den/die Partner(in), die ich will gar nicht. Einige sind mir zu jung oder zu alt – vor allem zu alt -, andere sind intolerant oder engstirnig. Dann sind da noch Egoisten, Pessimisten und welche, die mich verbiegen wollen. Nee, ich lasse mich nicht verbiegen, denn ich werde so bleiben wie ich bin. Du darfst!

Vielleicht möchte eine höhere Instanz, das ich solo bleibe. Vielleicht steht irgendwo an einer Ecke oder gedanklich noch nicht fassbar ein Etwas, der – die – das mich will? Ich weiss es nicht, aber würde es gerne wissen.  Irgendwann!!
Gedanken, Ideen, Fantasien zu mir und meinem Umfeld. Dummes Gequatsche aus dem Leben gegriffen und zu Papier gebracht.

Dunkler Eierpfannkuchen

Heute gab es mal wieder im Fernsehen Wiederholungen, und zwar Asterix in Ägypten. In diesem „Reisser“ wurde der Cleopatra ein vergifteter Kuchen geschenkt – Farbe grün… Da kam mir die Idee mir zu Mittag mal schwarze Plinsen zu machen. Zu Plinsen kann man auch Eierpfannkuchen sagen.

Also….man nehme für 1-2 Portionen – mehr esse ich alleine nicht – so ein paar Zutaten. Erstmal 175 Gramm Mehl und dazu ½ Packung Vanillezucker, 1 Esslöffel Zucker, 1 gestrichenen Teelöffel Backpulver, 1 kleine Prise Salz. Das alles schön miteinander verrühren. Ich nehme dazu immer eine Küchenmaschine mit Deckel, da ansonsten die Küche vollstaubt. Dann habe ich mir Lebensmittelfarbe besorgt, und zwar in schwarz – die aber noch nicht unterrühren.

Jetzt kommt in die Mischung erstmal ¼ Liter Vollmilch (die H-Magermilch mag ich nicht) und ¼ Liter Mineralwasser. Dann noch 3 frische Eier dazu – natürlich ohne Schale. Die ganze Mischung so lange verrühren bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Erst jetzt kommt die Lebensmittelfarbe dazu bis der Teig dunkelgrau ist. Nochmal alles gründlich durchrühren und danach in den Kühlschrank stellen – 10 Minuten reichen schon zum abkühlen.

Nun kann man schon mal langsam seine Pfanne vorbereiten und gute irische Butter (deutsche Butter oder Öl geht auch) in der Pfanne erhitzen. Den Teig mit einer Kelle in die Pfanne giessen, aber nicht zu viel, damit die Plinsen nicht zu dick werden. Bei mittlerer Hitze backen bis sich die Ränder kräuseln und dann drehen. Nicht so lange drin lassen, denn sonst verbrennen die Plinsen und schmecken bitter.

Meine Plinsen waren mittelgrau und echt lecker mit Kirschmarmelade.

Zeit haben

In verschiedenen Lebensbereichen werden Menschen gefragt, ob sie für irgend etwas Zeit haben – sei es für einen Ausflug mit Freunden oder für eine Veranstaltung oder, oder, oder…..

Ich habe neulich jemanden danach gefragt. Die Unterhaltung dazu lief wie folgt ab:

Ich: Was hältst Du davon, wenn Du wir uns ein paarmal die Woche bei Dir oder mir treffen und einfach mal quatschen?

Er: Du, ich habe gar keine Zeit.

Ich: Das bedeutet also, das Du auch für deinen Arbeitgeber keine Zeit hast. Wie verdienst Du denn deinen Lebensunterhalt?

Er: Ich arbeite jeden Tag 8 Stunden und brauche noch 1 Stunde für die Fahrt zur Arbeit. Das hat dann doch nichts mit meiner Zeit zu tun.

Ich: Häää? Natürlich hat das mit Zeit etwas zu tun, denn Du schenkst doch deinem Arbeitgeber 9 Stunden deiner Zeit und bekommst dafür Geld. Ist es so?

Er: Oh, natürlich, da hast du recht. Aber ich brauche auch meine 8 Stunden Schlaf und dann noch 1 Stunde zum essen.

Ich: Naja, dann sind wir jetzt bei 18 Stunden. Was machst Du denn die restlichen 6 Stunden? Die Zeit hast Du doch übrig…..

Er: Wieso 6 Stunden? Schliesslich esse ich nicht immer nur in einer Stunden, manchmal brauche ich auch länger.

Ich: Aha….. 6 Stunden essen und trinken….. danach siehst Du auch aus.

Er: So dick bin ich ja nun auch nicht. Ich jogge jeden Tag eine Stunde.

Ich: In Gedanken wohl *kicher*. Ok, dann bleiben dir grob gerechnet noch 4 Stunden für was?

Er: Ich kümmere mich die restliche Zeit um meine Familien und mich selbst.

Ich: Na gut, akzeptiere ich mal. Was ist denn mit den Wochenenden? Musst Du da auch arbeiten?

Er: Da habe ich erst recht keine Zeit. Ich gehe oft angeln und muss meine Freundschaften pflegen. Und ausserdem brauche ich noch Zeit für meine Kinder und meine Frau.

Ich: Ok, Du angelst dann jeden Samstag für einige Stunden, triffst Deine Freunde für noch einige Stunden. Deine Familie wartet auf Dich und hofft etwas deiner kostenbaren Zeit zu beanspruchen. Und Sonntag schläfst Du durch bis Montag. Und dann ist Deine Zeit Vergangenheit. Na – Mahlzeit. Und keine Minute Zeit, um dich mit mir – einem guten Freund – zu treffen?

Er: Nun übertreib mal nicht. Irgendwann habe ich mal Zeit.

Ich: Ich dachte Du hast keine Zeit……..

Rückwärts leben…

Das Leben sollte mit dem Tod beginnen
– und nicht andersherum!

Du liegst in einem engen Sarg tief unter der Erde – es ist dunkel, kalt und muffig. Dann plötzlich schwebt Dein Sarg dem Licht entgegen und Du wachst in einer Kirche auf. Alle Leute laufen weg während sich dein Sarg in einen Baum verwandelt.

Im Leben angekommen gehst Du erst mal ins Altersheim. Es geht Dir von Monat zu Monat besser, denn im Krankenhaus setzen sie Dir deine Prostata ein. Aus dem Altersheim wirst Du rausgeschmissen, weil Du zu jung wirst und nicht mehr mit dem Gehwagen gehen brauchst.

Danach spielst Du ein paar Jahre Golf bei fetter Rente und lernst Deine Kinder kennen. Du bekommst eine goldene Uhr von deinem Arbeitgeber und fängst ganz langsam an zu arbeiten. Du steigst langsam ab vom Abteilungsleiter zum Sachbearbeiter. Als einfacher Sachbearbeiter bemerkst Du auch, das Du eine nette Frau hast und wirst glücklich.

Nachdem Du damit durch bist, gehst Du auf die Uni und studierst. Du hast inzwischen genug Geld angehäuft, um das Studentenleben in Saus und Braus zu genießen. In dieser Zeit verlierst Du allerdings deine Frau und bist alleine. Du nimmst Drogen, hast nichts als Frauen und Sex im Kopf und säufst dir ständig die Hucke voll.

Wenn Du vom saufen so richtig stumpf geworden bist, wird es Zeit für die Schule. Diese beginnt natürlich mit einem freundlichen Schulterklopfen deiner Lehrer wegen Deiner guten Leistungen und einer einwöchigen Klassenfahrt ins benachbarte Ausland. In der Schule wirst Du von Jahr zu Jahr blöder, bis Du schließlich auch hier raus fliegst – natürlich mit einer riesigen Tüte voller Süßigkeiten. Das Dreirad steht schon für dich bereit, damit Du damit die Gegend unsicher machen kannst.

Danach spielst Du ein paar Jahre im Sandkasten und nervst deine Eltern und Nachbarn mit deinem Geschrei. Anschließend dümpelst Du neun Monate in einer dunklen Gebärmutter herum. Dein Leben beendest Du als Spermium während eines ORGASMUS!

Frühlingserwachen

Sonnenschein, klarer Himmel und relativ windstill – so begann der Sonntag. Das Thermometer zeigte 16 Grad im Schatten und glatte 22 Grad in der Sonne. Zeit zum relaxen im Garten.

Die ersten Hummeln besuchten die frisch erblühenden Krokusse und genossen gierig den feinen Nektar, während eine Biene ziellos umherschwirrte und kurzerhand die gelben Blümchen anflog. An ihren Hinterbeinen die ersten Blütenpollen, zusammengeklebt zu einer dicken Knolle.

Am noch stehenden Futterhaus pickte eine Schar von Meisen die letzten Krumen des Winterfutters aus dem Futterhaus. Einige sangen bereits ihre schönen Lieder – Frühlingserwachen. Selbst die beiden Nebelkrähen waren da und versuchten im Rasen heruntergefallene Körner zu finden. Die schwarzen Federn der Krähen glänzten in der Sonne und die Köpfchen zuckten mal nach links und mal nach rechts. Es schien die beiden gar nicht zu stören, das mein Hund zu meinen Füssen lag. Die eine Krähe kam sogar auf knappe zwei Meter an uns heran. Wir guckten uns an, mein Hund blinzelte nur und schlief weiter. Neue Freunde haben sich gefunden.

Im Nistkasten hinter dem Schuppen war ebenfalls Leben. Eine Meise fing bereits an ihren Brutplatz mit flauschigen Grashalmen auszupolstern. Emsig flog sie hin und her – immer mit langem Polstermaterial im Schnabel. Ein aufgestellter zweiter Nistkasten an der Seite des Schuppens wies die ersten weissen Flecken auf, so das davon auszugehen ist, das dort demnächst auch Leben anzutreffen sein wird. Vielleicht war Fräulein Meise gerade unterwegs, um ihrem Gatten die neue Behausung zu zeigen. Wer weiss es.

Der Teich, frisch gesäubert von altem Blattwerk, welches hineingefallen war, war klar und grünlich schimmernd. In der Uferzone sah man Wasserflöhe und anderes Getier herumschwimmen. Auch hier war, trotz des doch noch recht kalten Wassers, der Frühlingsbeginn zu sehen.

An den Obstbäumen zeigen sich erste zarte Knospen in der Hoffnung, das kein Frost sie vor ihrer Entfaltung stört. Noch blattlos recken sich ihre Äste der Sonne entgegen, um langsam mit der Öffnung der Knospen zu beginnen.  Ach, wie schön ist doch der Frühling.

Schwarz….. und die Augen trügen

Ich betrachte die Farbe schwarz mal von einer anderen Seite – nämlich unsere räumliche Sichtweise und die Streiche, die uns unsere Augen dabei spielen. Dazu passt der Spruch „schwarz ist keine Farbe, schwarz ist ein Zustand“.

Nehmen wir mal an wir wohnen im Gebirge – irgendwo in einem grossen Tal – eingesäumt von hohen alten Bäumen. Der nächste Nachbar ist einige Kilometer von uns entfernt und es dringt bei Nacht kein Lichtschein und kein Laut in unser Tal – Totenstille sozusagen. Es wird Nacht in unserem Tal. Um einen besseren Eindruck von dem nun folgenden zu bekommen haben wir uns eine Papptafel zugeschnitten und diese mit tiefschwarzer matter Lackfarbe bestrichen. Diese nehmen wir nun mit.

Wir treten aus dem hell erleuchteten Haus in die Nacht hinaus und sehen……schwarz. Um dies zu dokumentieren halten wir einfach mal unsere schwarze Tafel dem schwarz der Nacht entgegen. Unsere Augen haben sich vom schnellen Wechsel von Licht auf Dunkelheit noch nicht umgestellt, und wir sehen daher die Tafel so gut wie nicht. Nach wenigen Momenten gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit und das schwarz der Nacht erscheint nun nur noch als dunkelgrau. Wir können Bäume, Büsche und die schmale Strasse erkennen – nur unsere Tafel ist noch schwarz.

Wir werfen einen Blick in den dichtbewölkten Himmel hinauf und der Nieselregen fällt in unser Gesicht. Was sehen wir, wenn wir die Tafel dem Himmel entgegen strecken? Die Tafel ist schwarz, aber der Himmel nicht. Insofern kann der Spruch „es ist tiefschwarze Nacht“ nicht gelten.
Nun machen wir einen kleinen Spaziergang (wer Grufti ist, liebe es ja sehr!) in Richtung des nahegelegenen Waldes. Von Ferne erscheint der Wald pechschwarz, da durch sein Blätterdach kein verstecktes Licht eindringen kann. Verstecktes Licht wäre ja nur dann vorhanden, wenn z.B. der Mond sein Licht dem Wald schenkt. Wenn wir nun die Tafel in Richtung des Waldes halten, erkennt man durchaus, das beide Farben identisch sind. Wir gehen in den Wald hinein und nach kurzer Zeit lichtet sich das schwarz wieder in dunkelgrau. Die Baumstämme sind zwar nur konturhaft zu sehen, aber sind nicht schwarz. Unsere Augen haben sich auch hieran gewöhnt und die Tafel zeigt, das dies der Realität entspricht.

Finden wir nun noch etwas, das schwarz bleibt? Ja, denn in diesem Wald gibt es einen kleinen Teich mit moorigem Untergrund. Schon bei Tageslicht erscheint dieser Teich, wenn man hinein schaut, schwarz. Jetzt bei Nacht verstärkt sich der Effekt auch noch. Würden wir unsere Tafel ins Wasser legen (wenn das Teil aus Pappe ist geht’s ja nicht unter), können wir suchen und im Trüben fischen bis wir es endlich ertastet haben. Sehen würden wir es nicht. DAS IST SCHWARZ.
…..und die Leiche verschwand im schwarzen Sumpf….. wäre dann Realität.

Und weiter geht unser Spaziergang zu einer sehr hohen Felswand. Auch dieser Fels erscheint im ersten Moment schwarz, wird dann aber, je dichter wir kommen, sich in dunkelgraue Fetzen auflösen (nicht der Fels sondern die Farbe). In diesem Fels gibt es eine kleine Höhle. Wir sehen nur ein schwarzes Loch, welches auch schwarz bleibt, wenn wir nahe dran sind. Halten wir unser Tafel dagegen sieht man keinen Unterschied. Das schwarze Höhlenloch bleibt schwarz. Trauen wir uns in die Höhle hinein? Ihr vielleicht ja – ich nicht, denn das ist mir zu schwarz.

Und würde aus dieser Höhle jetzt ein Schwarzbär herauskommen und rumpöbeln, würden wir die Tafel fallen lassen und laufen bis der Arzt kommt. Der Förster, der dann am nächsten Morgen dort herumstreift würde sich tierisch wundern, warum vor der Höhle eine schwarze Tafel liegt…..

Teufel im Navi

Es trug sich zu, da kaufte ich mir ein Navi. Es war nicht zu teuer, aber auch nicht zu billig und versprach viele brauchbare Funktionen. Was ich jedoch nicht wusste, war die Tatsache, das im Navi ein kleiner Teufel lebte. Dieser Teufel wurde durch die Mineralölmultis und die Finanzbehörden in das Navi hinein gesteckt und sollte dort biedere Autofahrer verarschen. Auch sollte der Teufel dafür sorgen, das viele Kilometer mehr gefahren werden, damit der Treibstoffverbrauch steigt….. Doch das wusste ich zum Zeitpunkt des Kaufes noch nicht und erfuhr es erst später.

Ich hatte eine Rundtour zu fahren und die Möglichkeit in das Navi bis zu sieben verschiedene Adressen einzutippen. Das Navi errechnete dann den bestmöglichen Weg diese Adressen anzufahren. Soweit so gut. Auf einer dieser Touren sagte mir das Navi „folgen Sie der Route für 4 km“ – und ich folgte. Nach etwa zwei Kilometern endete diese Strasse jedoch in einem Wendehammer und ich musst umdrehen. Nachdem ich ein paar Meter zurück gefahren war, meckerte das Navi „wenn möglich, bitte wenden“. Es war zwar möglich, jedoch war ich ja nicht blöd und fuhr weiter. An der nächsten Hauptstrasse nach rechts, denn laut Stadtplan (da hatte ich sicherheitshalber mal nachgesehen) musste ich in diese Richtung fahren. Das Navi stichelte weiter „wenn möglich, bitte wenden“. Dann kam die nächste Strasse, die etwa parallel zu der zuvor genannten Sackgasse verlief. Nun schaltete das Navi auf stur und zeigte keinen Weg mehr an. Das Navi schrieb nur gut leserlich, das ich zur Strasse XY fahren soll. Bin ich Hellseher oder wozu habe ich das Navi?

Am Ende dieser Strasse nach etwa vier Kilometern ging rechts die Strasse ab, in die ich musste, um meine Ware auszuliefern. Und jetzt endlich kam im Navi die Meldung „Route wird berechnet“. Ich stand bereits vor dem Haus meines Kunden als das Navi mich bat „wenn möglich bitte wenden“. Häää – spinnt das Ding? Als Kilometerangabe stand dort: 10 km bis zum Ziel. Ich sollte also den ganzen Weg zurück fahren und die Sackgasse nehmen…… Der Teufel hatte sich das erste mal gemeldet. Ich habe zuhause noch einen Stadtplan, der acht Jahre alt ist und selbst dort war diese Sackgasse schon als solche eingezeichnet.

Danach war wieder eine ganze Zeit Ruhe – wahrscheinlich waren die Touren zu simpel, damit mich der Teufel verarscht. Doch eines Tages kam der Teufel wieder aus dem Navi „nach 200 Metern rechts in die …strasse“. Ich bog gehorsam ab und fuhr weiter. Nach ungefähr zwei Kilometern kam eine neue Meldung „wenn möglich, bitte wenden“. Häää? In der Strassenmitte ein durchgehender Grünstreifen mit alten Bäumen (aus meinem alten Stadtplan ersichtlich gab es den schon vor 8 Jahren). Da ich die grobe Fahrtrichtung kannte, ignorierte ich die Anweisung und fuhr weiter. Und wieder zeigte die Navigation keine Route mehr. Ich hielt an und beendete diese Route im Navi. Ich programmierte neu und die Route wurde berechnet…..berechnet…..berechnet…. Nach einigen Minuten und einer Zigarettenlänge kam folgende Anzeige „Es existiert keine Verbindung zum genannten Zielort. Bitte wählen Sie einen anderen Zielort“. Was denn nun kaputt? Sind wir auf einer Insel? Ohne Navi habe ich dann nach wenigen Kilometern mein Ziel erreicht. Diese seltsame Anzeige kam übrigens noch einige Male – selbst, wenn ich nur 100 Meter vom Ziel entfernt stand.

Dann kam der Teufel in teuflischer Art nochmal und ließ mich bei einer Langstreckenfahrt glatte 50 Kilometer weiter fahren als nötig gewesen wäre. Auf dieser Strecke sollte ich sogar auf der Autobahn wenden. Nun war das Maß voll! Ich war so was von stinkig und sauer auf Navi und Teufel. Auf einem Rastplatz kam dann das Ende, denn ich legte das Navi vor mein Vorderrad und fuhr diverse Male drüber bis das Navi platt wie eine Flunder war – und der Teufel mit ihm. Wenn ich mir vorstelle, ich würde dieses Gerät jemanden schenken oder verkaufen…… der kriegt ja ne Herzattacke – dafür will ich nicht verantwortlich sein.

Der Teufel war aber wohl nicht tot, denn er hat sich in meinem neuen Navi (sog.: Qualitätsprodukt“) wieder eingenistet. Diesmal treibt er es allerdings nicht so doll mit mir und es lässt sich aushalten. Ab und zu reden wir auch freundlich miteinander, wenn ich dem Navi sage „leck mich doch“.