Kategorie-Archiv: Täglichkeiten

Das tägliche Tagwerk mit allen seinen Höhen, Tiefen und Gedanken.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Wie heisst es doch so schön: „und täglich grüßt das Murmeltier“. Hat was, wenn man den alltäglichen Trott sieht. Heute morgen fiel mir das aufstehen besonders schwer. Der Wetterbericht hatte schönes, sonniges Wetter vorausgesagt – was ich schon am Sonntag bemerkt hatte. Für Hotpants war es zwar noch zu kalt, aber endlich durfte die Jacke mal am Haken bleiben. Und am Montag morgen schien schon wieder die Sonne auf meinen Frühstückstisch…..und ich doofe Nuss muss arbeiten gehen. Mist! Also wie immer der gleiche Trott: aufstehen mit nervigem Wecker (ist nicht tot zu kriegen, das Biest), duschen, anziehen, Frühstück (appetitlos) und Butterbrote schmieren. Danach raus aus dem Haus. War nix mit „ohne Jacke“, denn in der Frühe des Tages war es doch recht kühl. Erst dachte ich schon, das ich Eis kratzen muss am Auto, aber es war nur der Morgentau. Wieder rein ins Haus und Jacke vom Haken holen. Ich habe schliesslich keinen Bock auf (noch) eine Erkältung.

Und wieder grüßt das Murmeltier. Um 6 Uhr morgens sind die Strassen noch relativ leer, bis auf den Nachbarn von schräg gegenüber, der mir morgens ständig die Vorfahrt klaut. Dabei grüßt der doch immer so nett. Auf der Hauptstrasse immer die gleiche Baustelle – ich sehe da nie jemanden arbeiten. Ich dachte immer, das Handwerker um 6 Uhr anfangen zu arbeiten – hier nicht der Fall.

Den ganzen lieben langen Tag schien mir die Sonne in die Visage bei wolkenlosem Himmel. Aber ich saß im Auto, starr an meinen Sitz gefesselt und konnte das Wetter nur durch die Frontscheibe des Autos geniessen. Nee, nicht geniessen sondern ertragen.

Um die Mittagszeit sah ich die Leute auf dem Rasen an der Alster sitzen und sich sonnen. Viele Menschen nur im Hemd mit Jacke im Arm und teilweise schon im Tshirt…. Und ich, arme Sau muss im Auto schwitzen. Und täglich grüßt das Murmeltier……

April, April…..

Eigentlich fing der Tag so schön an – ein gemütliches Frühstück mit Ei und Brötchen. Ich habe es sogar geschafft recht früh fertig zu sein und überpünktlich meine Pferde aus dem Stall zu holen. Gemütlich fuhr ich in Richtung meines ersten Auftragsgebers. (Anm.: ich bin Kurierfahrer aus Leidenschaft).

Doch schon war der gemütlich Tagesbeginn dahin – Vollsperrung der Hauptstrasse wegen eines Unfalls. Ok…. der kleine Umweg schadet nicht – denkste, denn auch diese Strasse war mit einem Polizeiauto verstellt. Somit umdrehen und einen noch größeren Bogen machen bis ich endlich viel zu spät bei meinem Kunden ankam. Dann lief erstmal alles glatt bis ich zum Hauptquartier des Kurierunternehmens kam. Dort wartete ein Mitfahrer, der mal erfahren wollte, was ein Kurierfahrer so den ganzen Tag macht. Manno man, war das eine Quasselstrippe. Jeden Pups musste ich dem erklären, warum dies und das, weshalb jenes und welches wieso ….. und sowieso. Am Tage vorher wurde mir gesagt, das ist ein ganz ruhiger Mensch. Soso….war wohl ein Aprilscherz.

Was ist koppeln? Was ist eine Funkordnung und wie wird die angewendet? Braucht man eine Funkgenehmigung und was hat die Bundesnetzagentur damit zu tun? Diese und viele andere Fragen, die ich beantworten sollte. Und bei dem Gequassel habe ich glatt diverse Aufrufe verpasst und konnte nicht koppeln. Es ist schon ein Unterschied, ob man für den Kilometer einen Euro bekommt oder nach dem koppeln bis zu drei Euro. Das hat der Kerl nicht begriffen.

Es wurde Mittag und ruhig an der Front – die Kunden hatten Mittagspause und keinen Bock auf Auftragsvergabe an Kuriere. Jetzt wäre Zeit da gewesen, um dusselige und intelligente Fragen zu beantworten. Aber nein, der Kerl musste Brötchen und Kaffee-to-go kaufen und futtern.

Dann endlich bekam ich wieder einen Auftrag, aber der Kerl war gerade dabei ein Weib anzugraben. Manno…… ich will arbeiten und nicht urlauben. Durch rumstehen verdient man kein Geld. Endlich konnten wir fahren, jedoch zum falschen Zeitpunkt. Auf der Strecke schon wieder ein Unfall, weil ein Bauzaun durch den Sturm auf der Strasse lag und irgend so ein Dummbaddel da reingegurkt war. Und wieder runter von der Hauptstrasse in ein Wohngebiet. Mein Navi leitete mich sicher durch …. und wieder zu spät beim Kunden. Mist!

Um die Kaffeezeit war ich echt froh diesen Kerl vom Hals zu haben. Allerdings gab es keine Aufträge mehr, denn die Saure-Gurken-Zeit war angebrochen. Pech für mich.

Auto fängt mit Ahh an……

…..und hört mit Ohh auf. Meine Kutsche musste mal wieder frisches Blut (Öl) haben und mal gesundheitlich durchgescheckt werden.  So dachte ich mir, das ich mal zu einem Fachmann gehe – in eine Vertragswerkstatt von Peugeot.  Auf die Frage des Meisters aller Klassen, was denn noch so gemacht werden sollte, antwortete ich mit „eine ganz normale Inspektion mit Ölwechsel und das, was wirklich sicherheitsrelevant ist.  Ausserdem spinnt die Zentralverriegelung manchmal. ….“ Soweit so gut.

Ich  hole meine Kutsche ab und bekomme gleich folgenden Spruch vor den Kopf geknallt „das Auto ist total kaputt“. Wie büdde? Dann zählt der Meister aller Klassen auf, das dies und jenes erneuert werden muss, hier leckt was und dort klemmt es, usw.  Mein Kinn fällt vor Schreck auf die Brust…..  Die Zentralverriegelung ist jedoch top in Ordnung. Wenigstens etwas Gutes!

Danach fahre ich mit meinem doch so kaputten Auto zu einem Freund, der eine Werkstatt hat und mir die neue Kupplung vor einiger Zeit eingebaut hat.  Er prüft alle Punkte meines doch so kaputten Autos nach. Sein Fazit: alles o.k. – da wollte wohl jemand bei einem dummen Autofahrer ordentlich Geld absahnen…… Mein Auto steht noch auf der Bühne, der Zündschlüssel steckt im Lenkradschloss, die Zündung ist an……*klick* macht es plötzlich.  Auto von der Bühne runter und siehe da, alle Türen sind verriegelt. Wie kann das sein, wo doch die Zentralverriegelung top ist?

Gottseidank hatte ich die Scheibe auf der Fahrerseite etwas geöffnet, so das wir mit einer langen Eisenstange den Auslöser für die Zentralverriegelung am Armaturenbrett betätigen konnten.

Nach dieser Aktion hat der Meister aller Klassen von Peugeot erstmal einen gehörigen Einlauf bekommen. Sicherheitshalber habe ich den Meister noch gefragt, ob wirklich neues Öl reingekommen ist oder ob man Altöl verwendet hat…..    Diese Werkstatt werde ich nicht wieder besuchen…….